Stadt. Land. Leben. ist groß geworden und umgezogen…

Gestern noch ein kleiner Blog, heute ein eigenständiger Verein zur Förderung der Volkskultur im Ybbstal. Den Blog gibt es weiterhin, er hat nur ein neues Zuhause auf der Vereinswebsite www.stadtlandleben.at gefunden.
Stadt. Land. Leben. und meine Wenigkeit freuen sich über euren Besuch und vielleicht bekommt ja der/die eine oder andere Lust am Stadt. Land. Leben. 🙂 Bis bald!

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Gutes neues J(a)hr ohne A…

Montag 16.01.2012. Ein neues Jahr ohne drittes A. Ausblick: „negativ“. Die Börsen rutschen ins Minus, meine Mundwinkel wandern nach oben. Schadenfreude? Ganz bestimmt nicht. Viel mehr das Vertrauen in die ganz persönliche Ratingagentur „Bauchgefühl“. Sie sieht das kleine Österreich nicht ganz so gefährdet, denn mit dem schwindenden dritten A finden – wie schon mit der schwer gefürchteten Krise – wieder neue alte Werte den Weg in Wirtschaft und Gesellschaft.

2012 ist eine schöne Zahl, gerade, ausgewogen, als ob sie manches ins Gleichgewicht bringen möchte. Ein rundes Geburtsjahr für neue Projekte und Ideen. Eine guter Boden, um sich in manchen Dingen festzulegen. Verwurzeln und aufbrechen…zurück zur Basis mit Weitblick für Neues.

Anleger kaufen Grund und Boden statt (Wert?)papier, am besten mit eigenem Obstgarten und Salatacker. Die Auflagenzahlen eines Magazins „für ursprüngliches Lebensgefühl bekommen Flügel. Und selbstgestrickte Wollsocken unterm Christbaum waren schon lange nicht mehr so begehrt wie im vergangenen Jahr. Rauchkuchl statt High-End-Hochglanz, Brauchtum statt Lifestyle, Lederapfel statt Grannysmith. Tendenz positiv, meldet das Bauchgefühl-Rating.

Zurück zum Anfang, den gegangenen und noch bestehenden A’s: Die Botschaft aus der New Yorker Water Street ist angekommen. Den Tritt in den Allerwertesten haben sich die Damen und Herren PolitikerInnen redlich verdient. „Zu wenig ambitioniert“ seien die Sparpläne und -programme der Regierung, so Standard & Poor’s. Ganz meine Red‘, aber nicht erst seit Freitag. Warum wagt nicht endlich jemand den einzig wirklich mutigen Schritt in die ach so gefürchtete Unpopularität und packt an – mit allen Konsequenzen? „Politiker haben das Ziel, durch ihr kreatives Denken Probleme der Gesellschaft zu lösen“, so das schlaue Wikipedia. Schweden hat es vorgemacht…und gewonnen. Bitte nachmachen…und nicht vergessen…

2012 ist ein gutes Jahr!

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Zurück blicken…Zukunft schenken…

„Es wird scho glei dumpa“ klingt es in der hell erleuchteten Vorweihnachtsidylle. Mein Atem bricht mit hauchigen Wolken die eisige November-Luft, dichter Nebel hängt über der Stadt, ich friere…und muss an heiße Zeiten denken.

Vor einem Jahr bin ich in das Flugzeug Richtung Heimat gestiegen…mit afrikanischer Erde an den rot gefärbten Sohlen, mit Schmetterlingen im Bauch und Übergepäck an Lebenserfahrung im Herzen.

Tuwapende Watoto war mein dortiges Zuhause und gibt mittlerweile 18 Kindern zwischen 2 und 16 Jahren ein Zuhause. Das 1. Schuljahr an der neuen Tuwapende Watoto Primary and Nursery School geht in die letzte Runde vor den großen Sommerferien und es wird weiter gebaut, gepflanzt, entwickelt…

Wer die Stiftung in ihrer Arbeit unterstützen möchte, findet hier alle Informationen. Spenden aus Österreich sind über das Stiftungskonto bei der Raiffeisenbank Waidhofen an der Ybbs, BLZ 32906, Kontonummer 69.716 möglich. Und wer am Tuwapende Watoto-Leben näher teilhaben möchte, schaut am besten auf Facebook vorbei.

Ein Packerl Zukunft zu Weihnachten…für leuchtende Kinderaugen und das Leben.

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Hölzerne Zeiten…

„Wem g’hört denn der Wald?“, fragt mich eine ältere Dame, als ich gestern meine gewohnte Laufrunde ziehe. Ich gebe ihr geduldig Auskunft…rechne im ersten Moment mit einem Lamento…und bekomme eine Portion Lebensweisheit retour.

Das Herz tue ihr weh, wenn sie sich umschaue, wie das Holz kreuz und quer herumliegt. „Da bau ma eine teure Gasheizung und da heroben verfault das gute Holz.“, sagt sie anklagend. „Muss erst wieder ein Krieg kommen, damit ma den Wert unserer eigenen Rohstoffe erkennen?“, fragt sie mit verklärtem Blick. Tränen stehen in ihren Augen, als sie mich auf eine Kurz-Zeitreise mitnimmt. Sie habe es noch genau vor Augen, erzählt sie weiter. 1945 sei da oben ein Flugzeug abgestürzt. Wenn ich noch ein paar Schritte mit ihr gehe, zeige sie mir die Absturzstelle. Ich gehe mit, zu einer großen Grube. Eine dicke farbige Laubschicht überdeckt das Kriegsmal. Die Dame stützt sich auf ihren Stock…und sagt nichts mehr.

Ich verabschiede mich, laufe weiter im Jetzt, die Gedanken in einer Zeit, in der zwar der Wald, aber die Welt so gar nicht in Ordnung war. Atemlos komme ich zu Hause an und weiß: Nein, es braucht keinen Krieg, sondern einen friedlichen Kampf…für mehr Bewusstsein, Verantwortung und Respekt.

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Glück ist nicht käuflich, es wächst am Apfelbaum…

Samstag Nachmittag. Eine bunte Blechlawine rollt durch den Nebel, zieht an uns vorbei. Im Gepäck: Geballte Kaufkraft, auf dem Weg in eine Stadt, die zwar keinen Charme, dafür aber ein Einkaufszentrum hat und einen roten Stuhl und ein Glücksrad, wo jeder „Glückliche“ ein paar Prozente seines Einkaufswertes zurück gewinnen kann. Woher sie kommt? Aus einer Stadt, die zwar sehr viel Charme, aber kein Einkaufszentrum und auch keinen roten Stuhl oder ein gelbes M hat. Willkommen in der gelebten Konsum-Tages-Tourismus-Hölle. Über dem Tor meist 3 Buchstaben, die sich von SCS über CCA bis zu XXX zwar semantisch unterscheiden, der Inhalt aber ist gleich: Großer Wert, kleiner Preis. Geiz ist geil. Masse für die Kasse.

Ein( )Blick in eine Wertewelt, eine entleerte Welt. Materialismus statt Persönlichkeit, Macht anstelle von Respekt, Bequemlichkeit vor Engagement.
Billig statt langlebig, Megastores statt Einkaufsläden, Massenkonzepte anstelle von Ideen…alles auf Kosten anderer Menschen in Billiglohnländern, auf Kosten der regionalen Entwicklung, auf Kosten von Rohstoffen und Natur.

Ein Rückblick auf große Worte eines großen Mannes, dem schon vor 70 Jahren die Entwicklung des Umgangs der Menschen untereinander, mit anderen Lebewesen, mit der Natur und den vorhandenen Ressourcen sauer aufgestoßen ist: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ (Albert Schweitzer). Wir alle sind Leben, inmitten von Leben, umgeben von Menschen und Ressourcen, die es zu nützen gilt, mit einem kulturellen Erbe, das es zu erhalten gilt.

Ein Ausblick auf einen möglichen Teufelskreis, der bei unseren deutschen Nachbarn bereits Realität geworden ist: Leerstehende Geschäfts- und Wohngebäude, Abzug in Ballungszentren, Überalterung, Facharbeitermangel, Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit, Abzug in Ballungszentren…wo sich der eine oder andere das Leben vielleicht auch anderes vorgestellt hat, als in einer Kleinwohnung im schmutzigen Randbezirk.

Ein versuchter Weitblick in die eigene Stadt: Auch hier ist bei weitem nicht alles gut, schlummert es hinter den schönen historischen Fassaden, Wohn-, Denk-und Arbeitsräume liegen brach, Potenziale bleiben ungenutzt. Es ist unser aller Auftrag hier etwas zu bewegen, unseren Lebensraum lebenswert zu erhalten, respektvoll mit vorhandenen Ressourcen umzugehen.

Wem immer noch nicht klar ist, worauf ich hinaus möchte, der beiße hingebungsvoll in einen selbstgepflückten Apfel vom eigenen Obstbaum…und lasse sich den Beitrag nochmals aufs Neue vom ersten Satz an auf der Zunge zergehen…

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Web ko[m]mplett…

Stadt.Land.Leben. proudly presents: Das neue Web-KOMMPOTT!
Ab sofort gibt es unter http://kommpott.at alles rund um Werkstatt, Werke und Frau KOMMPOTT alias die Autorin von Stadt.Land.Leben. kom[m]pakt zusammengefasst. Die bunte Online-Welt der Kommunikation in beige und grün wurde in Zusammenarbeit mit thebluefeet entwickelt. Für die Texte macht sich die hauseigene Textwerkstatt selbst verantwortlich 😉

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Hauptsache billig…

Der Kopf auf Reisen, die Finger auf der Tastatur, auf der Suche nach einem günstigen Überflieger Richtung Muße…Sizilien, Ibiza oder doch lieber Andalusien? Mitten in die Idylle platzt die anklangende Stimme der 3Sat Moderatorin, spricht von Dumping-Löhnen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Slums und Mangelerscheinungen, billigen Zucchinis und kik-T-Shirts, Hofer und Lidl.

4,99 € für ein Leiberl, Jeans für 10 €, PCs für wenige 100 €…was für uns Endkonsumenten billig, billiger, am billigsten ist, bezahlen andere teuer, manchmal sogar mit dem Leben. Bilder von unterernährten Frauen, überfüllten Fabrikshallen und klapprigen Massenwohnsilos flimmern über den Bildschirm. Minimales Arbeitspensum: 15 Stunden. Maximaler Lohn: 30 €, pro Monat wohlgemerkt. Das reicht auch in Ländern wie Bangladesh oder China oft nicht zum Überleben. Unter Wellblechen und Bambusstämmen fristen sie ein Slumdasein, warten auf den nächsten Schichtbeginn oder bessere Zeiten. Gewerkschaften? Fehlanzeige. Jeder Keim an Widerstand wird von herrschsüchtigen Vorarbeitern beim ersten Atemzug erstickt. Zeit, um sich nach einem besseren Job umzusehen, gibt es nicht, zu viel Arbeit, ständige Kontrolle. Die Diskonter heften sich faire Arbeitsbedingungen und arbeitsrechtliche Standards auf die vermeintlich weiße Werbeweste…die verdeckt, wie dreckig das Leiberl darunter wirklich ist.

„Nie wieder“, schwirrt es durch meinen Kopf. Der Blick wandert zur Docking-Station, zur PC-Maus und sucht nach weiteren Billigsünden im Raum. Lieber Marken kaufen? Größer ist oft nicht deren Verantwortungsgefühl, sondern die Gewinnspanne, so die Stimme aus dem wahrscheinlich ebenso schmutzigen Fernsehkastl. Wie sauber ist mein schöner weißer Apfel dann wirklich und warum wird die Chance Globalisierung immer mehr zum Teufelskreis, in dem Geld-, Macht- und Profilierungssucht die Fäden ziehen?

Den weichen Admonter-Holzboden unter den Fußsohlen, sage ich: Es geht auch anders. Zurück zum Ursprung. Regionalität statt Globalisierung. Bauernmarkt statt spanische Großplantage. Ja, ich gebe zu, ich werde meine Flüge buchen. Nicht heute aber wahrscheinlich morgen…weil ich nicht glaube, dass ein Do & Co. Menü auf einem teureren Flug den Menschen in Bangladesh irgendwie hilft. Und jetzt geh ich meine Zucchinipflanzen gießen, die machen meine Weste nämlich ein kleines bisschen grüner.

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